Religionswissenschaft und Interkulturelle Theologie

(Vor-)Antrag zur Einrichtung einer Projektgruppe „Theologie(n) Afrika” (Arbeitstitel) eingereicht über den Vorsitzenden der Fachgruppe Religionswissenschaft und Interkulturelle Theologie, Prof. Dr. Daniel Cyranka

2017

 

„Afrikanische Theologie(n)“ ist ein Forschungsfeld mit

  • einer langen Geschichte und reichen Tradition (z.B. Placide Tempels, Bengt Sundkler, Adrian Hastings…);
  • konfessionsverbindenden Einsichten und Impulsen;
  • interdisziplinären  Anknüpfungspunkten (Ethnologie,  Afrikanistik, Postcolonial Studies…);
  • vielfältigen Schwerpunktsetzungen und methodologischen Zugängen.

Durch Migration und Globalisierung hat sich das Feld nochmals weiter ausdifferenziert. Insofern markiert „afrikanische Theologie(n)“ sowohl Theologien in als auch aus Afrika, die global expandieren, sich je lokal neu (re)kontextualisieren oder gar jenseits ihrer Markierung als „afrikanisch“ weitergehende, geographisch und kulturell übergreifende Relevanz beanspruchen.

Im deutschsprachigen Raum wird an verschiedenen Orten wissenschaftlich zu Religionen, Theologien, Kirchen, neuen religiösen Bewegungen etc. in Afrika und in der afrikanischen Diaspora gearbeitet und publiziert. Selten jedoch kommen die mit unterschiedlichen theoretischen oder methodischen Ansätzen in verschiedenen akademischen Feldern arbeitenden Akteure zu einem Austausch zusammen – und wenn, dann primär unter der Perspektive „Afrika“, der thematische Bereiche (Politik, Religion, Ökonomie...) quasi sekundär zugeordnet werden (wie beispielsweise unter dem Dach der „Vereinigung für Afrikawissenschaften in Deutschland“).

Vor diesem Hintergrund sind die Ziele der Projektgruppe „Theologie(n) Afrika“ (Arbeitstitel):

1.   Wissenschaftlern/-innen, die mit dem Themenfeld „afrikanische Theologie(n)“ in einem weiteren Sinne befasst sind, eine Plattform zu bieten – mit der langfristigen Perspektive einer möglichen institutionellen Verfestigung –, die über einen ersten Austausch und die Vernetzung hinaus zum Ausgangspunkt interdisziplinärer Forschungsvorhaben und Verbundprojekte werden soll;

2.   Theologen/-innen, die zur Thematik arbeiten, zusammenzubringen mit der Intention, gemeinsame Forschungsprojekte zu entwickeln, um die Relevanz afrikanischer Theologie(n) für das Ganze der Theologie herauszuarbeiten und in die einzelnen Disziplinen akademischer Theologie hinein zurück zu vermitteln;

3.   ausgehend von der Leitidee, die Beziehungen zwischen „Europa“ und „Afrika“ in ihrer theologischen Relevanz zu reflektieren, konkrete Themen und Fragestellungen als Brennpunkte zu identifizieren, deren Bearbeitung für eine zukunftsfähige (interkulturelle) Theologie von konstitutiver Bedeutung ist.

Im Juni dieses Jahres war in Nürnberg eine kleine Gruppe von „Akteuren“ zu einer ersten Vorbesprechung zusammengetroffen: Prof. Dr. Franz Gmainer-Pranzl (Universität Salzburg), Prof. Dr. Klaus Hock (Universität Rostock), Dr. Marco Moerschbacher (missio Aachen) und PD Dr. Claudia Jahnel (Universität Erlangen-Nürnberg/Mission Eine- Welt Neuendettelsau). Daraus erwuchs in den darauffolgenden Monaten die Überlegung, interessierte Wissenschaftler/innen, die sich mit dem Themenfeld „Theologie(n) Afrika“ in einem weiten Sinn auseinandersetzen, zu einem Vernetzungstreffen einzuladen. Ziele dieser Zusammenkunft sind:

  • Austausch über Forschungsprojekte und Schwerpunkte;
  • Wahrnehmung der verschiedenen Zugänge, Arbeitsweisen und Verortungen;
  • Gründung eines „Netzwerks Theologie Afrika“;
  • Stärkung des afrikabezogenen theologischen und religionswissenschaftlichen Arbeitens.

Das Vernetzungstreffen „Theologie Afrika“ wird stattfinden von Dienstag, 21.3.2017, bis Mittwoch, 22.3.2017 (Mittag bis Mittag) in Erlangen (Lehrstuhl für Religions- und Missionswissenschaft, Jordanweg 2, 91054 Erlangen).

Vorgesehen ist folgende Tagesordnung:

1.   Vorträge und Diskussion

  • Aktuelle Forschungsthemen, methodische Schwerpunkte, spezielle Problemstellungen der Afrikawissenschaft PD Dr. Katrin Bromber, Zentrum Moderner Orient, Berlin
  • Theologie in Afrika Prof. Dr. Chibueze Udeani, Institut für Missionswissenschaft, Würzburg

2.   Workshop zu diversen Forschungsschwerpunkten/Aktivitäten der Teilnehmenden

3.   Ausblick/Planung

Das Vernetzungstreffen, dessen Finanzierung noch nicht sichergestellt ist, soll zugleich als Rahmen und „Kick-off“ für die WGTh-Projektgruppe „Theologie(n) Afrika“ dienen, deren Einrichtung hier beantragt wird.

Da dieser Antrag äußerst kurzfristig, quasi nur als Tischvorlage eingereicht wird, insbesondere aber auch deshalb, weil die weitere inhaltliche Konkretisierung der Themen und Arbeitsbereiche der Projektgruppe erst nach dem Vernetzungstreffen auszuarbeiten ist, wird gebeten, das Vorhaben mit einem Finanzrahmen von 2.000,- Euro auszustatten, aus dem insbesondere das „Kick-Off“-Vernetzungstreffen zu bezuschussen wäre. Im Anschluss daran würde dann – idealerweise bis zur nächsten Sitzung des erweiterten Vorstandes der WGTh – ein ausführlicher Projektantrag eingereicht werden, in dem konkrete Themenbereiche und Arbeitsplanungen projektiert sind.

 

Prof. Dr. Klaus Hock

Rostock 24.11.2016

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