Publikationen

3.-5. Oktober
Tagung der Projektgruppe "Ethik und Genre/Ethics and Genre" in Münster

Die dritte Tagung unserer Projektgruppe wählt narrative Texte desNeuen Testaments (Evangelien und Apostelgeschichte, aber auch narrative Teiltexte in Briefen und Apc), um das Verhältnis von Ethik und genre im Detail zu studieren und im literarischen Umfeld der frühkaiserzeitlichen Welt zu kontextualisieren.Bei der Interpretation der Evangelien und der Acta sind in jüngerer Zeit erstens die Beachtung von antiken literarischen Konventionen, zweitens die Frage nach Gattungsbestimmungen im Rahmen der antiken Literaturgeschichte und drittens narratologische Theorien und Methoden zu Recht in den Fokus der Forschung gerückt.Die Tagung beleuchtet den status quaestionis der drei genannten Perspektiven und interessiert sich besonders für die Frage, wie das literarische Ethos des/der Protagonisten in den narrativen Texten des Neuen Testaments konfiguriert wird – das bedeutet im Blick auf die oben skizzierten Forschungsperspektiven: (1) Welche sprachlichen, rhetorischen, topischen Mittel finden Anwendung bei der Konfiguration der Handlungsträger? (2) Welcher Mikroformen bzw. -genres oder Texttypen bedient sich die Autoren, wenn sie ihre Protagonisten in Szene setzt? (3) Welche Erzählstrategien und narrativen Elemente werden bei der Konfigurierung des/der Protagonisten gewählt, um moral values, Tugenden, ethische Instruktionen usw. transportieren? Übergreifend ist zu diskutieren: Welche Themen, Normen, Tugenden, Ideale und Vorbilder werden im Bild des Protagonisten transportiert? Besondere Beachtung soll – hier knüpfen wir an die Tagungen von 2017 und 2018 an – die Stimme des erzählenden Autors bei der Gestaltung und ethischen Konfigurierung seiner Erzählfiguren erhalten: Wieweit spiegelt das mit dem Protagonisten transportierte Ethos das Ethos des erzählenden Schriftstellers? Wieweit distanziert sich dieser von den Handlungsträgern seiner Erzählung?Dem interdisziplinären Ansatz der Projektgruppe entsprechend wird der Vergleich der narrativen Texte mit anderen Beispielen griechischer und römischer Prosaliteratur eine wichtige Rolle für die gemeinsame Arbeit spielen.

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