Praktische Theologie

UZH Schlag Bild             Nord           

Gegenstand der Praktischen Theologie ist die religiöse Praxis des protestantisch geprägten Christentums in Geschichte und Gegenwart. Als Teildisziplin der Theologie nimmt sie diese Praxis in ihren unterschiedlichen Formen wahr und versucht, diese zu verstehen und theologisch zu deuten.

Individuelle Religiosität, kirchliches Christentum und die religiöse Grundierung von Kultur und Gesellschaft sind als Formen christlicher Praxis zu unterscheiden, aber auch in ihrer Bezogenheit aufeinander darzustellen.

Die Praktische Theologie ist aufgefächert in Kirchentheorie/Kybernetik, Pastoraltheologie, Religionspädagogik, Homiletik, Poimenik, Liturgik und Diakoniewissenschaft. Diese Unterteilung ist als eine Arbeitsteilung zu verstehen, die zum einen dem Differenzierungsgrad der einzelnen Teildisziplinen und ihrer Gegenstände entspricht, zum anderen integrale Perspektiven  ermöglicht.

Drei grundlegende Perspektiven praktisch-theologischer Forschung können unterschieden werden:

  • In historischer Perspektive geht sie den Grundlegungen und Entstehungsbedingungen gegenwärtiger religiöser und kirchlicher Praxis nach.

  • In empirischer Perspektive nimmt sie die Vielgestaltigkeit religiöser Praxis in der Gegenwartskultur wahr.

  • In hermeneutischer Perspektive reflektiert sie theologisch die unterschiedlichen Manifestationen, etwa Formen, Riten und Symbole religiöser Praxis in ihrem Bezug zum christlichen Glauben.

Von dort her stellt Interdisziplinarität das Grundcharakteristikum und  die Grundaufgabe der Praktischen Theologie dar: Mit Pädagogik und Psychologie, Rhetorik und Literaturwissenschaften, Sozial-, Kultur- und Medienwissenschaften, Philosophie und Religionssoziologie steht sie in besonders intensiver Verbindung.

Praktische Theologie qualifiziert als wissenschaftliche Disziplin zum Pfarramt und zum Lehramt. Sie überschreitet aber diese berufsbezogenen Perspektiven dadurch, dass sie unter der Leitfrage der Kommunikation des Evangeliums nicht nur auf kirchliches Handeln, sondern auf eine öffentliche Theologie im denkbar weiten Sinn bezogen ist.

Thomas Schlag / Ilona Nord
(Leitende der Fachgruppe)


Sektionstagung Praktische Theologie/Religionspädagogik 2016 

Vom 16.-18.9.2016 fand in Goslar die Sektionstagung Praktische Theologie/Religionspädagogik gemeinsam mit der Gesellschaft für wissenschaftliche Religionspädagogik statt. Die Tagung widmete sich dem Thema „Wie evangelisch können Praktische Theologie und Religionspädagogik sein? Verortungen im Vorfeld des Reformationsjubiläums"

Sektionstagung 2016 1Sektionstagung 2016 2

Links: Michael Meyer-Blanck fragte am Samstagmorgen grundsätzlich an: Wie evangelisch sind Praktische Theologie und Religionspädagogik überhaupt noch? – Eine Landvermessung. Rechts: Henrik Simojoki am Freitagabend im Gespräch mit Fulbert Steffensky.

 

 Das Tagungsprogramm finden Sie hier: Programm

 


Sektionstagung Praktische Theologie/Religionspädagogik 2015

Die Fachgruppentagung „Praktische Theologie“ im Jahr 2015 fand vom 8.-10. September 2015 in Frankfurt am Main statt. Das Thema der Tagung lautete „Renaissance religiöser Wahrheit. Thematisierungen und Deutungen in Literatur, Kunst und Praktischer Theologie.“ 

Unter dem Tagungstitel erscheint im April 2017 ein Dokumentationsband der Vorträge in der Reihe Veröffentlichungen der WGTh Band 49, herausgegeben von Ilona Nord und Thomas Schlag. Weitere Informationen zum Dokumentationsband erhalten Sie hier: Renaissance religiöser Wahrheit. Thematisierungen und Deutungen in praktisch-theologischer Perspektive (VWGTh 49).

 

Das Tagungsprogramm finden Sie hier: Programm 

 

Wissenschaftliche Gesellschaft für Theologie | Geschäftsstelle: Haus der Diakonie | Paulsenstrasse 55–56 | 12163 Berlin | geschaeftsstelle@wgth.de

Copyright © 2017. All Rights Reserved.